G. Ph. Telemann – Matthäus-Passion (1730) Chorprojekt in St. Mariä Himmelfahrt Ahaus

1. April 2012

»Matthäus-Passion – Leidensgeschichte voller Leidenschaft«

Filed under: Uncategorized — Thomas Vogel @ 15:35

Zum so betitelten Konzertbericht von Denise Perevort-Elkemann in der Münsterlandzeitung geht es hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

28. March 2012

Gut vorbereitet

Filed under: Uncategorized — Susanne Gemmer @ 12:42

Gut vorbereitet haben sich die beiden Chorkreise der Chorgemeinschaft St. Mariä Himmelfahrt auf die Aufführung der Matthäuspassion (1730) von Georg Philipp Telemann am kommenden Freitag in der Marienkirche. In der Stell- und Hauptprobe am Dienstag (siehe Bild) wurden alle Choräle und Chorstücke mit Klavierbegleitung durch Andrea van der Linde einmal in der originalen Reihenfolge durchgesungen und letzte Nuancen verbessert. In der Generalprobe am Donnerstag kommen Orchester und Solisten hinzu und es erfolgt  ein Gesamtdurchlauf, bevor am Freitag dann vor Publikum musiziert wird.

Gut vorbereitet waren auch die zwei vom Katholischen Bildungswerk veranstalteten Vorträge zum Konzert „Matthäuspassion“ an den beiden Freitagen zuvor.
Der Theologe Florian Giersch und der Germanist Thomas Vogel gaben den interessierten Zuhörern im Karl-Leisner-Haus am ersten Abend eine „Museumsführung durch den Text“. Man konnte erfahren, dass Leiden und Sterben Jesu nicht von der Auferstehung zu trennen sind und dass z. B. in der Arie „Frohlocket, hochbetrübte Seelen“ bereits in der Passion Ostern stattfindet.
Am zweiten Abend erläuterte die Kirchenmusikerin Anne-Katrin Vogel in einer Werkeinführung das Wort-Ton-Verhältnis in dieser Passion. Ergänzend zu den theologischen und literaturwissenschaftlichen Gedanken des ersten Abends demonstrierte sie singend am Klavier und von einer CD-Aufnahme die verschiedenen Emotionen wie Wut, Trauer, Liebe und Freude, die im Werk mit unterschiedlichen musikalischen Stilmitteln dargestellt werden. So wird z. B. in der Arie „Frohlocket, hochbetrübt Seelen“ in einer sogenannten melismatischen Vertonung, bei der mehrere Töne auf einer Silbe gesungen werden, besonders die Hoffnung auf die Auferstehung betont und zum Ausdruck gebracht.
Bei den Zuhören wuchsen gleichermaßen das Verständnis für die Komposition und die Vorfreude auf das Konzert – auch sie fühlten sich gut vorbereitet.

Karten zum Konzert „Matthäuspassion“ am Freitag, dem 30.3.2012, gibt es zum Vorverkaufspreis von 12,- € (ermäßigt 8,- €) bis Freitag 17 Uhr bei Thiemanns Basteln und Spielen, Marktstraße 3, und ab 18.45 Uhr an der Abendkasse zum Preis von 15,- € (ermäßigt 10,- €). Das Konzert beginnt um 19 Uhr.

27. March 2012

Vorverkauf erfolgreich

Filed under: Uncategorized — Anne-Katrin Vogel @ 22:32

Der Kartenvorverkauf für das Konzertprojekt läuft hervorragend: es wurden schon 200 Karten verkauft. Natürlich gibt es noch reichlich Plätze. Wer jedoch seine Karte im Vorverkauf bei Thiemann ersteht, kann Geld sparen. Vollzahler zahlen jetzt noch €12,-, an der Abendkasse werden es €15,- sein. Ermäßigte Karten kosten im Vorverkauf €8,- und an der Abendkasse €10,-.
Einlass ist am Freitag um 18.15 Uhr.

Chorgemeinschaft beendet Hauptprobe mit gutem Gefühl

Filed under: Uncategorized — Anne-Katrin Vogel @ 22:30

Am gestrigen Dienstag haben Chorgemeinschaft und Projektsänger die erste große Hauptprobe hinter sich gebracht. Mit Andrea van der Linde als Korrepetitorin konnte Kirchenmusikerin Anne-Katrin Vogel sich voll auf das Dirigieren des Chores konzentrieren, was zur Effizienz der Probe wesentlich beitrug.
Außerdem wurden für einen reibungslosen Ablauf des Konzertes auch Dinge wie das Auf- und Abtreten geübt. Am Ende der Probe stand für die Chorleiterin fest: “Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen. Der Chor ist wirklich gut vorbereitet.”
Die Proben hatten im September 2011 begonnen und haben zu einem Ergebnis geführt, mit dem sich ein Kirchenchor sehen lassen kann. Die Chorleiterin ist voller Vorfreude, die auch auf die Chorgemeinschaft und die Projektsänger abfärbt.

12. March 2012

Tobias Heinrich Schubart

Filed under: Uncategorized — Thomas Vogel @ 18:40

Neben dem Bibeltext der Kapitel 26 und 27 des Matthäusevangeliums in der Übersetzung Luthers besteht der Text der Matthäuspassion aus mehreren Chorälen – bekannten Kirchenliedern, die von der anwesenden Gemeinde mitgesungen wurde – und aus Arien und Einzelgesängen, die die Handlung und die Gefühle der handelnden Figuren ausdeuten.

Verfasst wurden diese über den Evangelientext hinausgehenden Texte von Tobias Heinrich Schubart (1699- 1747), dem Prediger der hamburger Hauptkirche St. Michaelis. Mehr zu Schubart hier.

Wussten Sie schon, …

Filed under: Uncategorized — Anne-Katrin Vogel @ 09:58

… dass Telemann vor seiner Karriere als berühmter Musiker Jura studiert hat?

Wussten Sie schon…

Filed under: Uncategorized — Anne-Katrin Vogel @ 09:12

… dass in der Passion1730 wahrscheinlich derselbe Musiker Flöte und Oboe gespielt hat?

11. March 2012

2. Probenwochenende erfolgreich beendet

Filed under: Uncategorized — Anne-Katrin Vogel @ 21:05

Die Chorgemeinschaft St. Mariä Himmelfahrt und die Projektsänger haben an diesem Wochenende ihr zweites großes Probenwochenende erfolgreich beendet. Am Freitag abend und jeweils am Samstag und Sonntag nachmittag wurde insgesamt 9 Stunden konzentriert für das nahe bevorstehende Konzert geprobt. Die Chorleiterin Anne-Katrin Vogel zeigte sich zufrieden: “Ihr seht heute eine glückliche Person vor euch. Ich freue mich schon sehr auf das Konzert, denn es klingt wirklich gut,was ich heute höre!” Auch der Chor hat mit jeder Probe mehr Freude an dem Stück, weil man deutlich merken kann, wie es Form annimmt. Ein gemeinsames Kaffetrinken in der Pause rundete den Sonntag ab und gab Gelegenheit, auch die gesellige Seite des Chores zungenießen.

Statio am 3. Fastensonntag von Anne-Katrin Vogel

Filed under: Uncategorized — Anne-Katrin Vogel @ 20:56

Liebe Gemeinde,

heute steht einmal die Kirchenmusikerin vor Ihnen, um eine Statio zu halten. Kirchenmusik nimmt einen wichtigen Platz ein als Wegbegleiter  durch das Kirchenjahr. Nun wird es am 30. März (Freitag vor Palmsonntag) ein großes Passionskonzert in unserer Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt geben. Aufgeführt wird die Passion nach dem Evangelisten Matthäus von Georg Philipp Telemann aus dem Jahr 1730. Die beiden Chorkreise und einige Projektsänger bereiten sich seit September intensiv darauf vor. Außer dem Chor sind noch vier Solisten und das Europäische Barockorchester Le Chardon mit dabei. Im Vorfeld des Konzertes wird es zwei vorbereitende Vorträge im Karl-Leisner-Haus geben. Informationen dazu finden Sie in der Pfarrinfo. Ich lade Sie ganz herzlich dazu ein, sich mit dieser Passionsmusik zu beschäftigen. Sie ist fast 300 Jahre alt und hat in dieser Zeit nichts von ihrer Schönheit eingebüßt. Ich möchte Ihnen jetzt ein bißchen über die Passion erzählen, und sie dabei auch geistlich deuten.

Die Passionsgeschichte wird in unserer Liturgie im Jahreskreis an zwei Tagen vollständig vorgelesen: Am Palmsonntag und am Karfreitag.  Diese Doppelung zeigt, welchen hohen Stellenwert die Passion Christi in der Heilsgschichte hat. Christus gibt sich am Kreuz für uns hin, um unsere Sünden zu tilgen. Zudem wäre ohne das Leiden und Sterben Christi die Auferstehung nicht möglich.

Der besonders hohe Stellenwert der Verkündigung der Passionsgeschichte an Palmsonntag und Karfreitag wird auch in äußerlichen Merkmalen deutlich. Anders als bei allen anderen Perikopen im Jahreskreis findet die Lesung der Passion in verteilten Rollen statt. Diese sind der Evangelist, also gewissermaßen der Erzähler, Jesus, und alle andere wörtliche Rede.  Zwischen den einzelnen Abschnitten der Erzählung bleibt auch die Gemeinde nicht unbeteiligt. Es werden Lieder gesungen, und wenn sich das Geschehen zuspitzt, steht die Gemeinde auf. Beim Sterben Christi knien wir uns dann sogar zu einer Gebetsstille hin.  Diese Elemente des „Mittuns“ machen die Dramatik der Passionsgeschichte für den Gottesdienstbesucher deutlich spürbar. Es entsteht ein Gefühl des Miterlebens.

Telemann wurde 1681 in Magdeburg geboren und starb 1767 mit 66 Jahren in Hamburg. Er war ein Zeitgenosse von Bach, und mit Händel verband ihn eine lebenslange Freundschaft. An seiner Stellen in Hamburg als Musikdirektor der fünf evangelisch lutherischen Hauptkirchen hat Telemann wahnsinnig viel zu tun gehabt. Unter anderem musste er jede Woche zwei neue Kantaten und einmal im Jahr eine Passion abliefern. Trotz diesem unheimlichen Leistungsdruck ist es ihm gelungen, unheimlich schöne, geistvolle Musik zu komponieren, die auch 300 Jahre später noch ans Herz geht. Ich glaube, das liegt daran, dass er ein großes Talent hatte schöne, gesangliche Melodien zu erfinden.

Eine Passionskomposition ist in Ihrem Aufbau sehr ähnlich wie die Lesung in der Liturgie. Ursprünglich waren Oratorien für den Gebrauch im Gottesdienst bestimmt. Das Wort Oratorium kommt von dem lateinischen Wort orare – beten. Wie schon gesagt, hatte Telemann an seiner Stelle in Hamburg die Pflicht, jedes Jahr eine neue Passion zu komponieren. Auf diese Weise hat er es zu über 40 Passionen gebracht, die seiner Feder entstammten. Diese Passionen wurden dann im Rahmen eines Gottesdienstes aufgeführt. Die in die Komposition eingearbeiteten Choräle  wurden von der Gemeinde mitgesungen; genau so, wie auch wir heute immer zwischendurch Kirchenlieder singen. Wir singen zum Beispiel an der Stelle, wo Jesus die Dornenkrone aufgesetzt bekommt, O Haupt voll Blut und Wunden. Das ist übrigens einer der barocken Passionschoräle, die sich sogar noch heute in unserem Gotteslob wiederfinden.

Genau wie in der Liturgie gibt es auch im Oratorium die Rollen der Sprecher im Bibeltext. Das sind ein Evangelist (Tenor), der in sogenannten Rezitativen die Rolle des Erzählers übernimmt. Das Wort Rezitativ kommt von dem lateinischen Wort  recitare – vorlesen. Die Rolle des Jesus wird  von einem anderen Solisten (Bass) übernommen. Alle andere wörtliche Rede wird entweder von weiteren Solisten oder vom Chor gesungen, abhängig davon, ob einzelne Personen oder Personengruppen sprechen.  In den Chorälen, entsprechend den Liedern die wir heute im Rahmen einer Passionslesung singen, nimmt der einzelne Gottesdienstbesucher gewissermaßen Stellung zu dem eben gehörten. Es folgt zu Beispiel auf die Abendmahlsszehne der Choral, Jesu, wahres Brot des Lebens.  Die Choräle erklingen in der Passion in vierstimmigen Sätzen, in denen die Harmonien den Inhalt der Texte gefühlsmäßig unterstreichen. Hierauf werde ich in meinem Werkeinführungsvortrag am weiter eingehen.

Nach der Verkündigung des Evangeliums in der Liturgie hören wir normalerweise eine Predigt. Dementsprechend gibt es in der Passion Arien, die nicht den Bibeltext beinhalten, sondern das zuletzt Erzählte deuten und kommentieren. Ein Beispiel dafür ist die Arie „Meine wehmutvolle Seele“. Matthäus berichtet, wie Jesus mit den Jüngern im Garten Gethsemane ist. Er ist von großer Angst erfüllt, und bittet sie, mit ihm zu wachen und zu beten. Darauf folgt eine Arie der Gläubigen Seele mit dem Text Meine wehmutvolle Seele leidet mit durch Jesu Leid. Über seine herben Schmerzen wallet mir das Blut im Herzen vor recht bittrer Trauigkeit. Diese Arie ist eine meiner Lieblingsstellen in dem ganzen Stück, denn sie ist unglaublich schön komponiert. Durch so genannte Seufzer in der Musik kann man das Mitleid förmlich spüren. Auf diese Weise wird es dem Zuhörer leicht gemacht, mitzuvollziehen, was gerade passiert.

Sehr oft kann man sogar am Notenbild sehen, wie die Musik den Text abbildet. Das ist echt spannend zu sehen. Wenn Sie sich dafür interessieren, wie das aussehen kann, lade ich Sie ganz herzlich zu dem Werkeinführungsvortrag am 23. März in Karl-Leisner-Haus ein, da werde ich dann näher auf solche Dinge eingehen.

Doch zurück zur Gläubigen Seele. Die Gläubige Seele ist gewissermaßen als „idealer Christ“ zu betrachten. Sie kommentiert das Geschehen in einer Weise, die zeigt, wie der gläubige und redliche Christ denken und fühlen sollte. Mit ihr kann man sich als Zuhörer identifizieren. Die Gläubige Seele taucht in der Passion von Telemann immer wieder auf, und wandert dabei durch alle Stimmlagen. Das macht deutlich, dass jeder von uns diese Gläubige Seele sein kann.

Den Rahmen der Matthäus-Passion von Telemann bilden zwei Choräle. Am Beginn steht der Choral Wenn meine Sünd mich kränken, o mein HerrJesu Christ, so lass mich wohl bedenken, wie du gestroeben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. Der Text dieses Chorals steht auch an diesem Sonntag auf dem Titel der Pfarrinfo, denn er bildet einen wesentlichen Bestandteil des theologischen Verständnisses ab, das in der Passion transportiert wird. Auch uns betrifft diese Sichtweise direkt.  So beten wir heute im Tagesgebet : „…wir stehen als Sünder vor dir, und unser Gewissen klagt uns an….“. Damit sind wir wieder an dem Punkt, dass Jesus für uns am Kreuz stirbt, um für unsere Sünden einzutreten. Am Ende der Passion steht ein Dankgebet, auch in Form eines Chorals: Nun ich danke dir von Herzen, Jesu für gesamte Not, für die Wunden für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod. Für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein.

Im Kommunionvers von heutigen Sontag heißt es: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.“ Diese Aussage bietet in der Tat einen guten Grund zur Dankbarkeit. Denn die unermessliche Liebe, die Gott uns im Leiden und Sterben Christi zeigt, ist für uns tatsächlich gar nicht vorstellbar. Deswegen glaube ich, ist es wichtig, dass wir mit großer Demut und Dankbarkeit immer wieder das Evangelium verkünden und in die Welt tragen. Und für mich als Musikerin gibt es keinen besseren Weg, dies zu tun, als in der Musik.

10. March 2012

Wussten Sie schon, …

Filed under: Uncategorized — Anne-Katrin Vogel @ 09:55

… dass Telemann über 40 Passionen komponiert hat?

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